Porträt

Ein Brief der ehrenamtlichen Mitarbeiter*innen Martin und Susi an das Integrationshaus.

Wir schreiben euch heute, weil ihr euch im Jahr 2011 an einer Spendensammelaktion für Buba beteiligt habt. Kennengelernt hatten wir Buba bereits 2009 über eine Bildungspartnerschaft des Integrationshauses, und wir durften ihn zwei Jahre lang begleiten – bis zu seiner plötzlichen Abschiebung nach Gambia. Die Freundschaft mit Buba war für uns und unseren Sohn Moritz eine große Bereicherung und wir haben dabei viel Neues gelernt. Er war – und ist – ein offener, kommunikativer und überaus liebenswürdiger Mensch, der schon damals einen wunderbaren Zugang zu Kindern hatte. So spielte er gerne mit Moritz Fußball, während Moritz ihm im Gegenzug beim Mathelernen half.

Im Juli dieses Jahres haben wir Buba in Malmö besucht, wo er heute lebt. Eine Woche lang haben wir gemeinsam gekocht, Boule und natürlich Fußball gespielt – Moritz dies-mal mit Buba und einigen anderen Gambiern. Buba hat uns viel aus seinem neuen Leben erzählt, und wir freuen uns, euch berichten zu können, wie es ihm geht.

Besonders schön war zu sehen, dass er seit einigen Jahren fest im Arbeitsleben steht. Er arbeitet in der Küche eines kleinen Restaurants mit französischer Küche. Seine Arbeit-geber unterstützen ihn sehr und wissen seine Verlässlichkeit und Einsatzbereitschaft zu schätzen – besonders dann, wenn kurzfristig jemand ausfällt. Buba hat eine Gastronomieausbildung abgeschlossen und spricht heute fließend Schwedisch. Wir bewundern, was er alles erreicht hat.

Doch wie gelangte Buba überhaupt nach Schweden? Das kam so: Unsere damalige Spendensammlung sollte ihm den Kauf eines Autos ermöglichen, um in Gambia als Taxifahrer arbeiten zu können – und das hat tatsächlich funktioniert. Sein Auto hatte er liebevoll mit Blumen und Lichtern geschmückt. Rückblickend nennt er das Taxi seinen „life changer“: Durch seine Fahrten lernte er eine Gambierin kennen, die bereits in Schweden lebte und die schwedische Staatsbürgerschaft besaß. Über diese Bekanntschaft kam er schließlich nach Malmö.

Heute ist Buba verheiratet und Vater von zwei kleinen Buben. Seine Frau und die Kinder leben jedoch noch in Gambia, denn die Einwanderungsregeln in Schweden haben sich stark verschärft. Das ist eine belastende Situation für die ganze Familie – zumal Buba inzwischen seit sieben Jahren schwedischer Staatsbürger ist. Wir alle hoffen, dass seine Familie bald nachziehen kann.

Umso mehr freut es uns, dass es für ihn insgesamt gut läuft, auch wenn längst nicht alles einfach ist. Wir möchten euch herzlich dafür danken, dass eure Unterstützung da-mals den Grundstein für Bubas neue Chance gelegt hat.

Zwei Monate später: Eine aktuelle, erfreuliche Nachricht

Inzwischen gibt es eine positive Wendung: Bubas Frau kann Mitte Dezember nach Schweden reisen – gemeinsam mit dem älteren Sohn. Der jüngere bleibt vorerst bei seiner Großmutter in Gambia. Damit der Aufenthalt seiner Frau verlängert wird, muss sie inner-halb der nächsten ein bis zwei Jahre eine Arbeit mit einem bestimmten Mindesteinkommen finden. Wir hoffen sehr, dass dies gelingt.

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