Editorial von Sepp Stranig
Es gibt Wettbewerbe, bei denen man gewinnt, wenn man schneller oder lauter ist oder besser singt. Und dann gibt es den stillen, nicht minder anstrengenden Bewerb um die Bewahrung des Mensch-Seins in einer sich immer mehr brutalisierenden Welt. Seit mehr als 30 Jahren nimmt das Integrationshaus an diesem Contest der Herzen teil. Nicht nur auf Bühnen, sondern vor allem in Beratungszimmern, vor Behörden, in den Räumen von Wohngemeinschaften für Geflüchtete. Kurz gesagt: überall dort, wo Menschen, die alles verloren haben, Rat und Hilfe suchen.
Es sind jetzt schon 20 Jahre, in denen das Integrationshaus Geflüchteten eine unabhängige Rechtsberatung bietet. Das klingt trocken, ein wenig bürokratisch. In Wahrheit geht es um Schicksale. Wer weiß, wie kompliziert ein Asylverfahren sein kann, weiß auch: Ohne unabhängige Rechtsberatung wird Recht schnell zum Glücksspiel. Deshalb ist die Arbeit des Integrationshauses auch in diesem Bereich so wichtig: damit die Schwächsten in unserer Gesellschaft zu ihrem Recht und nicht unter die Räder kommen.
Vielleicht ist das der wahre Contest der Herzen: täglich neu zu entscheiden, ob Angst oder Menschlichkeit gewinnt. Und Ihre Stimme darf in diesem Bewerb nicht fehlen! Jeder ausgefüllte und zur Bank gebrachte Zahlschein ist ein „Tanzschein“ für ein neues Leben ohne Angst, weiß
Ihr Dr. Sepp Stranig
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