Editorial von Sepp Stranig

Es gibt eine Kraft, die die Gesellschaft zusammenhält, ohne laut zu sein. Man sieht sie meist nicht auf großen Bühnen und selten in den Schlagzeilen. Sie ist der Kitt unserer Gesellschaft. Diese Kraft heißt Freiwilligenarbeit.

Im Integrationshaus in der Wiener Leopoldstadt begegnen wir ihr täglich: Menschen, die den Geflüchteten Zeit schenken. Die ihnen zuhören. Die einfach da sind, wenn jemand neu im Land ankommt und noch nicht weiß, wie alles hier funktioniert.  

Die Freiwilligen im Integrationshaus unterstützen auf vielfältige Weise die Arbeit der angestellten Mitarbeiter*innen. Sie tun es ohne großes Aufheben, oft neben ihren Anforderungen in Beruf und Familie.

Eine offene, solidarische Gesellschaft baut auf Menschen auf, die Verant­wortung füreinander übernehmen. Genau daran hat unser allzu früh von uns gegangener Vorstandsvorsitzender Marko Szucsich geglaubt. In seiner ehrenamtlichen Führungsfunktion hat er diese Haltung gelebt.

Ich bin sicher, dass die vielen Freiwilligen im und um das Integrationshaus diesen Geist weitertragen werden. Vielleicht ist dies das Vermächtnis von Marko Szucsich: zu zeigen, dass eine solidarische Gesellschaft nicht von selbst entsteht, sondern dort, wo Menschen bereit sind, füreinander da zu sein – still, aber nicht minder wirksam.

Ihr Dr. Sepp Stranig  

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