Editorial von Sepp Stranig

Was brauchen Kinder zum Schulanfang? Eine Schultasche. Hefte. Stifte. Eine Schultüte mit Bonbons. Die Älteren freuen sich über ein Notebook oder ein iPad. Die Kinder in den Kriegs- und Krisengebieten dieser Welt haben ganz andere Wünsche. Sie hätten gern ein Leben in Freiheit. Ohne Krieg. Ohne Bomben. Ohne Zäune. Ohne Stacheldraht. Ohne Hunger. Ohne Krankheiten. Ohne Angst.

Sie hätten gern eine Schule. Eine richtige, mit Tischen und Sesseln und einer Tafel, anstatt in einem Zelt, in einer Lagerbaracke (wie noch immer auf griechischen Inseln) zusammengepfercht zu sein.

Das Integrationshaus in der Wiener Leopoldstadt beherbergt Kinder, die alleine oder mit Eltern aus schrecklichen Kriegs- und Krisengebieten nach Österreich geflüchtet sind. Dabei wird darauf geschaut, dass die Kinder die Schule besuchen, dass sie viel lernen – für eine bessere Zukunft, für ein neues Leben. Am Nachmittag werden die Kinder betreut und beim Lernen unterstützt. Nicht zuletzt deshalb, damit ihre Eltern in dieser Zeit an Kursen und Schulungen teilnehmen können.

Vor 30 Jahren sagte Hans Krankl zur Eröffnung des Integrationshauses: „Die Kinder sind das Wichtigste!“ Sie brauchen keine Paläste, wohl aber Schutz, Betreuung, Förderung und Empathie. Und Sie! Ohne Sie geht’s nicht, das weiß

Ihr Dr. Sepp Stranig

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