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Wenn Frauen die Chance auf Bildung, Selbstbestimmung und Teilhabe erhalten, profitiert immer auch die Gesellschaft als Ganzes.

Täglich erleben wir im Integrationshaus, wie eng die Zukunftschancen von geflüchteten Familien mit den Möglichkeiten von Frauen verbunden sind. Sie stehen vor besonderen Herausforderungen, die oft wenig sichtbar sind. Denn viele Frauen tragen eine doppelte Verantwortung: Sie müssen sich in einer neuen Gesellschaft zurechtfinden und gleichzeitig für ihre Kinder sorgen. Häufig übernehmen sie den größten Teil der Betreuungs­ und Pflegearbeit. Während Kinder in Kindergarten oder Schule erste Schritte im neuen Umfeld machen, bleiben Mütter oft von Bildungs- und Integrationsangeboten ausgeschlossen. Fehlende Kinderbetreuung, Sprachbarrieren, Zeitmangel oder unsichere Lebenssituationen erschweren den Weg zu Selbstständigkeit und gesellschaftlicher Teilhabe.

Gleichzeitig wissen wir aus langjähriger Erfahrung: Die Förderung von geflüchteten Frauen und Migrantinnen ist einer der wirksamsten Hebel für erfolgreiche Integration. Frauen, die Bildung erhalten, ihre Rechte kennen, berufliche Perspektiven entwickeln und soziale Netzwerke aufbauen können, gewinnen an Selbstvertrauen. Davon profitieren nicht nur sie selbst, sondern auch ihre Kinder und ihr Umfeld.

Besonders eindrucksvoll sind die Wege vieler ehemaliger Teilnehmerinnen unserer Kurse. Heute arbeiten sie als Heimhelferinnen, Freizeitpädagoginnen, Verkäuferinnen oder Buchhalterinnen. Andere absolvieren Ausbildungen im Pflegebereich oder bereiten sich auf weiterführende Bildungsabschlüsse vor. Ihre Geschichten zeigen, dass Bildung Chancen eröffnet und nachhaltige Veränderungen ermöglicht. Viele berichten, dass sie heute auch selbstbewusst mit Lehrer*innen, Pädagog*innen und Behörden kommunizieren und ihre Kinder besser auf ihrem Bildungsweg begleiten können. Werden Mütter gestärkt, verbessert das auch die Chancen der nächsten Generation.

Deshalb haben Frauenprojekte im Integrationshaus seit vielen Jahren einen besonderen Stellenwert. Der Kurs „Mama lernt Deutsch – FUTURE- Train“ ist dabei ein wichtiger Meilenstein. Seit über zwei Jahrzehnten prägt das Projekt die Bildungsarbeit für geflüchtete Frauen und Mi­grantinnen und zeigt, wie wichtig speziell auf Frauen zugeschnittene Angebote sind. Seither wurden unsere Bildungs- und Empowerment- Angebote laufend erweitert, an neue gesellschaftliche Entwicklungen angepasst und um vielfältige Formate ergänzt. „Mama lernt Deutsch“ ist jedoch geblieben. Denn auch heute gehören fehlende Kinderbetreuung, Sprachbarrieren und Mehrfachbelastungen zu den größten Hürden für viele Frauen. Das anhaltende Interesse und die nachhaltigen Erfolge der Teilnehmerinnen zeigen, dass dieses Angebot nichts von seiner Bedeutung verloren hat. Dabei geht es nicht nur um Sprachkenntnisse oder Qualifizierung, sondern auch um Selbstvertrauen, Sichtbarkeit und die Möglichkeit, die eigene Stimme einzubringen.

Integration gelingt nicht von selbst. Sie braucht Zeit, verlässliche Strukturen und Menschen, die Chancen eröffnen. Mit Ihrer Unterstützung können wir weiterhin Bildungsprojekte für geflüchtete Frauen und Migrantinnen anbieten. Dafür danken wir Ihnen – auch im Namen jener Frauen, deren Mut und Stärke uns jeden Tag beeindrucken.

DIE INTEGRATIONSHAUSGESCHÄFTSFÜHRUNG Susanne Lettner und Martin Wurzenrainer.

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