Aktuelles
Über drohende Rückschritte, wachsende Not und die Kraft der Zivilgesellschaft.
Mit großer Sorge blicken wir auf die Entwicklungen in der Asyl- und Integrationspolitik, doch auch mit ungebrochenem Engagement und Entschlossenheit. Dank des unermüdlichen Einsatzes unserer zahlreichen Unterstützer*innen und ganz besonders dank unserer freiwilligen Mitarbeiter*innen, die einen unschätzbaren Beitrag zu unserer Arbeit leisten. Denn die aktuellen Geschehnisse in Österreich und Europa werfen lange Schatten auf das Leben jener, die bei uns Schutz suchen.
Ein Gesetz, das Chancen zerstört: Das kürzlich von der Bundesregierung präsentierte Asyl- und Migrationspakt-Anpassungsgesetz AMPAG verschärft die Situation für Schutzsuchende weiter. Statt faire europäische Standards umzusetzen, setzt der Entwurf auf Kontrolle, Einschränkung von Rechten und die Verlängerung unsicherer Lebensperspektiven. Haftmaßnahmen, erschwerter Familiennachzug und die Missachtung fachlicher Empfehlungen verschärfen die Lage zusätzlich.
Zurück in die Unsicherheit: Die Situation spitzt sich auch für subsidiär Schutzberechtigte in Wien dramatisch zu. Hunderte erhalten seit Jahresbeginn statt der Mindestsicherung nun nur noch die Grundversorgung. Sie suchen mittlerweile verzweifelt neue Unterkünfte, weil sie sich ihre bestehende Wohnung schlichtweg nicht mehr leisten können. Wir sehen hier eine Spirale der Unsicherheit und Wohnungslosigkeit und kämpfen aktiv dagegen an: Wir bauen unsere Betreuungsplätze aus, unterstützen Wohnungssuchende, leisten rechtliche Beratung und fordern von der Politik dringend faire und existenzsichernde Unterstützungsleistungen.
UkraineVertriebene: Auch sie stecken fest. Was anfangs von großer Solidarität geprägt war, wird nun zu einem bürokratischen Hürden-lauf um knappe Ressourcen. Die Situation wird immer schwieriger. Ukraine-Vertriebene bleiben in der Grundversorgung gefangen – mit Einschränkungen, die ein selbstständiges Leben nahezu unmöglich machen. Wir stehen diesen Menschen weiterhin mit umfassenden Hilfsangeboten zur Seite.
Abkehr von sinnvoller Asylpolitik. Es ist eine Tatsache: Beide Gruppen – subsidiär Schutzberechtigte und Ukraine-Vertriebene – bleiben in der Grundversorgung hängen. Dies bedeutet finanzielle Unsicherheit, weniger Chancen auf Bildung, Arbeit und Teilhabe. Die aktuellen politischen Entscheidungen lassen damit wertvolles Potenzial für die Gesellschaft ungenutzt und halten Menschen unnötig in Abhängigkeit. Wir appellieren an die Politik, die Grundversorgung nicht als Sackgasse, sondern als Sprungbrett für Integration zu verstehen.
Es braucht die Zivilgesellschaft. Wenn die Politik den gesellschaftlichen Konsens für eine humane Asylpolitik zu vergessen scheint, braucht es Menschen und Organisationen, die dagegenhalten. Das werden wir auch weiterhin tun – mit unermüdlichem Einsatz für jene, die keine starke Stimme haben.
Wir können das aber nicht allein. Ihre Unterstützung, Ihr Engagement und Ihre Bereitschaft, sich einzumischen, wenn Menschlichkeit unter Druck gerät, sind das Fundament unserer Arbeit. Bitte unterstützen Sie das Integrationshaus weiterhin, damit wir auch in diesen schwierigen Zeiten ein Leuchtturm der Menschlichkeit bleiben können.
Die Integrationshaus-Geschäftsführung Susanne Lettner und Martin Wurzenrainer
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