Kinder schützen, Kinder­rechte ver­teidig­en!

Anlässlich des internationalen Tages der Kinderrechte am 20.11. fordert das Integrationshaus, das sich seit 1996 besonders auch für die Rechte und adäquate Versorgung von begleiteten und unbegleiteten Kindern mit Fluchterfahrung stark macht, rechtliche Verbesserungen und bessere Ressourcen ein und kritisiert die Pläne von ÖVP und FPÖ.
Anstatt endlich die langjährigen rechtlichen Forderungen zur Verbesserung der Situation für Flüchtlingskinder umzusetzen, drohen nun als Ergebnis der Sondierungsgespräche von ÖVP und FPÖ weitere massive Verschärfungen der Situation für Flüchtlinge. "Die geplanten Kürzungen im Bereich der Mindestsicherung würden Kinder mit Fluchterfahrung ganz besonders treffen. Diese Maßnahmen sind kontraproduktiv, da sie Armut und Ungleichheit verschärfen, Teilhabe verhindern und Menschen in ihrer Existenz massiv gefährden," kritisiert Eraslan Weninger, Geschäftsführerin des Integrationshauses anlässlich des internationalen Tages der Kinderrechte die Pläne aus den Sondierungsgesprächen. "Alle angedachten Maßnahmen sind schockierend und strikt abzulehnen und werden von Seiten des Integrationshauses auch rechtlich bekämpft werden!"

Weitere Forderungen des Integrationshauses

Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge haben Anspruch auf die gleichen Leistungen der Kinder- und Jugendhilfe wie alle anderen Kinder auch. Daher sollten alle unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge im Rahmen der Kinder- und Jugendhilfe in der vollen Erziehung zu den selben Tagsätzen wie alle anderen Kinder untergebracht werden. Im Integrationshaus ist dies für alle Kinder gewährleistet, müsste aber für ganz Österreich so umgesetzt werden, da es ein Rechtsanspruch ist! Auch die Übernahme der Obsorge durch die Kinder- und Jugendhilfe müsste ab dem 1. Tag erfolgen. Damit soll Klarheit geschaffen werden, dass die Verantwortung für das Kindeswohl ab Aufenthalt im Bundesgebiet bei der Kinder und Jugendhilfe liegt. Auch bei der Familienzusammenführung von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen braucht es dringend rechtliche Änderungen. Insbesondere müsste die dreijährige Wartefrist für subsidiär Schutzberechtige dringend abgeschafft werden, da sie dem in der Europäischen Menschrechtskonvention verankerten Recht auf Familienleben widerspricht.

Flüchtlingskinder sind wichtige Zielgruppe des Integrationshauses

Fast die Hälfte aller Flüchtlinge sind Kinder und Jugendliche und unter 18 Jahre alt. Die meisten geflüchteten Kinder verlassen ihre Heimat gemeinsam mit ihren Eltern. Die Zahl jener, die ohne ihre Eltern auf der Flucht sind, steigt. Viele dieser Kinder haben auf der Flucht großes Leid erfahren und waren sexuellem Missbrauch, Gewalt, Hunger, Krankheit ohne entsprechende ärztliche und psychologische Hilfe, Haft und anderen Formen von Ausbeutung ausgesetzt. Begleitete und unbegleitete Kinder und Jugendliche mit Fluchterfahrung sind daher eine besonders wichtige Zielgruppe des Integrationshauses. Mehr als die Hälfte unserer gesamten Angebote kommen Ihnen zu Gute. Es ist dem Integrationshaus ein großes Anliegen, den Kindern und Jugendlichen bereits vor deutlichen Verhaltensauffälligkeiten Unterstützung und Entlastung anzubieten und sie aktiv einzubeziehen. Je früher Flüchtlingskinder die Möglichkeit haben Trauma bedingte Entwicklungsrückstände aufzuholen, desto weniger Auffälligkeiten zeigen sich später und desto weniger Ausgrenzung müssen sie erfahren. Das ist für eine nachhaltige Integration in das soziale Umfeld unverzichtbar."Für Flüchtlingskinder müssten vielmehr Mittel für Therapie und psychologische Betreuung zur Verfügung stehen", fordert Eraslan-Weninger abschließend.

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Rückfragehinweis:
DSA Andrea Eraslan-Weninger MSc
Geschäftsführerin
Verein Projekt Integrationshaus
Engerthstraße 163
A - 1020 Wien
T: +43 (0)1 2123520 11
F: +43 (0)1 2123520 30
Mobil: +43 699 1 2123520
E-Mail: a.eraslan-weninger@integrationshaus.at
Web: www.integrationshaus.at

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