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„Zuhören und dazugehören – Ein Erzählworkshop zu Demokratie für Frauen“
Im November 2025 fanden im Integrationshaus zwei ganztägige Erzählworkshops unter dem Titel „Zuhören und dazugehören – Ein Erzählworkshop zu Demokratie für Frauen“ statt. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie Demokratie im Alltag erlebt werden kann, und was es braucht, um sich zugehörig zu fühlen. In einer Zeit, in der gesellschaftliche Debatten häufig von Abgrenzung geprägt sind, boten die Workshops einen geschützten Raum für Austausch und Begegnung: Frauen mit und ohne Migrationserfahrung, geflüchtete Frauen, engagierte Unterstützerinnen sowie Frauen aus dem Grätzl kamen über ihre Lebensgeschichten miteinander ins Gespräch.
Methodisch wurde mit Biografiearbeit und Erzählformaten gearbeitet: In Gesprächskreisen und Reflexionsphasen wurden persönliche Erfahrungen mit gesellschaftlichen und politischen Entwicklungen verknüpft. Durch das Erzählen und Zuhören wurde sichtbar, welche Ressourcen Frauen aus unterschiedlichen Lebensrealitäten mitbringen, welche Hürden sie teilen und wo Solidarität wachsen kann.
Die beiden Workshoptage waren intensiv und von großem Mitteilungsbedürfnis geprägt. Viele Teilnehmerinnen nutzten die Gelegenheit, sich auszutauschen, einander zuzuhören und Vertrauen aufzubauen. Gleichzeitig zeigten sich zentrale Erkenntnisse für die Zukunft: Einige Teilnehmerinnen freute es besonders, dass sie viel sprechen und dabei Deutsch üben konnten. Und es kristallisierte sich heraus, dass das ANgebot solcher Workshops, das an Frauen mit und ohne Migrationsgeschichte gerichtet ist, vor allem Frauen mit Migrationsbiografie erreicht werden. Damit stellt sich die Frage, warum Gruppen, die in derselben Stadt leben, so selten zusammenfinden, und wie künftig mehr Frauen ohne Migrationserfahrung zur Teilnahme an solchen Workshops gewonnen werden können.
Die Erzählworkshops stärkten auch das Bewusstsein für demokratische Werte und für die eigenen „Beteiligungsbiografien“ – und förderten den Austausch über Chancen, Benachteiligungen und Handlungsmöglichkeiten von Frauen. So wurde Demokratie nicht nur diskutiert, sondern als gelebte Praxis im Miteinander erfahrbar. Einen Eindruck von den Workshops bietet das dabei entstandene Plakat, das Zitate von Teilnehmerinnen zusammenfasst.
Dieses Projekt wurde ermöglicht durch die Unterstützung der MA20 im Rahmen des Wiener Demokratiejahres 2025.