Das Integrationshaus: Lebensprojekt von Willi Resetarits

Die Grauen des Kriegs im ehemaligen Jugoslawien und die vielen unbetreuten Geflüchteten in Wien waren vor 30 Jahren die Initialzündung einer Gruppe von Menschenrechtsaktivist*innen um Willi Resetarits und Sepp Stranig für ein „Projekt Integrationshaus“.

„Wir kämpften für ein Haus, in dem geflüchtete Menschen ihr Leben wieder selbständig in die Hand nehmen können - eine Bleibe mit eigenem Wohnraum, psychosozialer Betreuung, Beratung und Bildung sowie einem geeigneten Platz für geflüchtete Kinder“, erinnert sich Stranig, heute stv. Vorstandsvorsitzender.

„Das Integrationshaus ist recht rasch zu einem national wie international anerkannten Vorbildprojekt angewachsen. Doch mit Willi Resetarits haben wir die Seele und den großen Kraftspender verloren. Sein Verständnis einer menschenwürdigen Unterbringung und Betreuung von Geflüchteten sowie von Beratungs- und Bildungsangeboten war und ist der Grundstein für unsere Arbeit. Wir werden sie wie bisher ganz im Sinne von Willi weiterführen,“ so die Geschäftsführer*innen Alexandra Jachim und Martin Wurzenrainer zum unerwarteten Tod von Willi Resetarits. Aktuell nehmen jährlich über 3.000 Menschen diese Angebote in Anspruch.

Die langjährige Geschäftsführerin Andrea Eraslan-Weninger erinnert sich an die langjährige Zusammenarbeit mit Willi Resetarits: „Er war ein großer Menschenrechtler, der die Menschen geliebt hat und allen immer auf Augenhöhe begegnete. Er kannte das Leid von Geflüchteten und wusste, wo in der Flüchtlingspolitik der Schuh drückt. Er wollte Taten setzen. Höchste Professionalität und Herzensbildung waren ihm dabei wichtig. Mit dem Integrationshaus ist ihm das bestens gelungen.“ Im Juni 1995 fand die offizielle Eröffnung des Integrationshauses statt.

Die Leitidee: eigene vier Wände und professionelle Betreuung für Geflüchtete
Asylwerber*innen, Geflüchtete, aber auch Menschen mit Migrationshintergrund, finden in den fünf Projektbereichen des Integrationshauses Unterstützung für ihre nächsten Schritte in eine sichere Zukunft. Es geht vor allem darum, gezielt professionelle und individuelle Hilfe und Orientierung anzubieten. Jede Familie und jede Einzelperson, die hier wohnt, hat beispielsweise ihre eigenen vier Wände – einen Rückzugsort, einen Raum für sich, samt Kochgelegenheit. Denn Selbst-Kochen und Miteinander-Essen tragen wesentlich dazu bei, nach der Flucht wieder Halt im Alltag und in der Familie zu finden. Das professionelle Team des Integrationshauses, mittlerweile über 150 Mitarbeiter*innen, sieht sich in den unterschiedlichen Bereichen dabei als Wegbegleiter.

Die Projekte des Integrationshauses

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